Auf dieser Seite erzähle ich Ihnen von der Geschichte unseres "Gasthaus Zum Roten Kreuz", viele nennen diesen Ort auch *Der Zollstock* Ich freue mich Sie nun auf eine kleine Zeitreise, von 4 Generationen meiner Familie Dinges mitnehmen zu dürfen und wünsche Ihnen beim Lesen sowie Bilder betrachten viel Spaß.
Das Gasthaus Zum Roten Kreuz wie es sich bis 1927 zeigte. Nach einer Federzeichnung des Königsteiners Ludwig Brühl.
Ein Artikel der Taunus Zeitung aus dem Jahre 1955
"Zollstocks Bettche" 60Jahre"Rotes Kreuz" im Besitz der Familie Dinges
Vor 225 Jahren, also 1730, war dieser Grenzpunkt Ort einer geschichtlichen erhärteten Begegnung zwischen Königstein und Reifenberg. Es nahte vom Eselsheck her die Prozession der Königsteiner Kapuziner die das Requiem aeternam psalmodierten, dieweil der letzte Reifenberger Ritter Domherr Philipp Luswig von Mainz, als Gefangener in der Feste Königstein verschieden,seinen allerletzten Gang aus dem feindlichen "Ausland" in die Bassenheimer, heute St. Gertrudis Kapelle getragenermaßen tat. am heutigen Roten Kreuz nahmen ihn Pfarrer udn Pfarrgemeinde zu Reifenberg und Bassenheimer Diener in Empfang und trugen ihn hinauf neben die Gräber seiner Eltern.
165 Jahre Später, 1895 ging eine ganz kleine Prozession bestehend aus einer einzigen Oberreifendberger Familie wieder einmal zum alten Zollstock am Roten Kreuz. Gar oft hatten Johann Dinges und seine Ehefrau Bettchen Dinges geborene Drangsal, schon einige Jahre den Weg von Oberreifenberg die Königsteiner Straße, die damals noch über das heutige Naturfreundehaus und dem Stempelweg führte, tagtäglich gemessen. Der Johann trug in seiner Kieze einige Flaschen Schnaps und, wenn es gut ging, fuhr er auch auf einem Schubkarren ein kleines Fäßchen Bier. Sie hatten entdeckt, das die Stammfuhrleute im hohen Taunus immer geneigt waren wenn ihre Gäule Hafer oder Heu frassen, selber zum Frühstück einen Schnaps zu gönnen. Die ersten Schnäpse und Biere kredenzten Johann und Bettchen direkt unterm Roten Kreuz. Als Sie dann sahen , das der Fuhrleute nie weniger, sondern immer mehr wurden, da bauten sich die Eheleute Dinges ein Hüttchen am Straßenkreuz neben dem Roten Kreuz. Damals hieß dieser Schnittpunkt der Weg nach der Zollstock. Und so wurde Bettche Dinges kurzum "es Zollstocks Bettche" gennannt. Vor 60 Jahren, im Sommer 1895 bauten die beiden Gasthalter jenseits von Zollstock und dem Roten Kreuz ihre erste kleine Taberne in ein Stein und Holzhaus, hängten einen Stall daran und zapften Bier und Branntwein nach Herzenslust. Gastwirt Johann starb früh, der Tod rief´s Bettche im Frühling des letzten Weltkriegsjahres 1918 heim. Da aber stand schon als zweiter seines Namens Josef Dinges dem Gasthaus "Rotes Kreuz" vor mit seiner Eheliebsten Rosa , geborene Krompas, aus Ratzing beim bayrischen Passau. Zehn Jahre danach am 15 August 1928 fuhr ein Kugelplitz ins Rote Kreuz. Reifenbergs Freiwillige Feuerwehr rückte an, wollte mit Wasser löschen und konnte es nicht, da kein Wasser zur Stelle war. Da mußte die Jauchegrube herhalten. Es blieb ein Stück des Gasthofs erhalten. Noch im gleichen Jahr erstand größer das neue Rote Kreuz auch als Fremdenpension. Und mit dem größer gewordenem Haus wuchs der Verkehr. Der bayrischen Gastherrin Rosa und Ihrem Josef half der zweite Josef, der wieder nach Altmannsdorf bei Schweinfurt auf die Freite gegangen war und sich Katharina Scheder als Eheweib heimholte. 1951 starb der zweite Rot Kreuz Gastwirt. Die Oma Rosa aus Ratzing weiß wohl am meisten aus alter und auch neuer Zeit. Sie sagt zum Schluß " Des Rot Kreuz ist fünffach heute noch geteilt : Wir liegen in der Gemarkung Glashütten Pfarren nach Schloßborn, wir gehen zur Messe nach Niederreifenberg, dort sind auch die Kinder in der Schule. Des Rot Kreuz gehört zu Post Großer Feldberg. Beerdigt aber werden wir Alle in Oberreifenberg. Artikel verfasst 1955 von Herrn Ness



Aus dem Zeitungsartikel aus dem Jahre 1955 haben Sie entnehmen können das darin 3 Generationen aufgeführt sind. Der Sohn der Eheleute Josef und Katharina Dinges, Roland und dessen Ehefrau Maria Dinges geb. Bretscher aus Würzburg, übernahmen 1977 das Gasthaus Zum Roten Kreuz. Nun sind wir seit 15.01.2007 bei der 5. Generation angelangt, bei mir René Josef Dinges, einer der Söhne der Eheleute Roland und Maria Dinges.
Ich hoffe die kleine Zeitreise hat Ihnen gefallen und ein paar geschichtliche Fragen zum Roten Kreuz haben sich für sie geklärt.
Mit freundlichen Grüßen René Josef Dinges